Sind datenbasierte PR und Datenschutz ein Widerspruch?

Daten helfen uns dabei, um mit unseren Botschaften genau jene Menschen zu erreichen, für die sie relevant sind. Daten sind somit  ein wichtiges Werkzeug für unsere Arbeit als Kommunikator:innen. Doch wir müssen stets wissen, in welchem Rahmen wir uns bewegen, wenn wir Daten sammeln und analysieren – und da kommt der Datenschutz ins Spiel.

Doch dass datenbasierte PR und Datenschutz kein Widerspruch sind, darin waren sich die Referentin und der Referent beim PRVA Tirol PRofi-Treff am 30. November 21 einig: Dr. Andrea Jelinek, Leiterin der österreichischen Datenschutzbehörde und Thomas Mickeleit, ehemaliger Kommunikationschef von Microsoft Deutschland, teilten ihren wertvollen Erfahrungsschatz via Zoom mit rund 30 Teilnehmer:innen aus Österreich und Deutschland. Unsere clavis-Beraterin Lisa Keiler durfte die spannende Online-Diskussion moderieren.

Traut euch!

„Wir als Kommunikator:innen sind zwar sehr gut darin, tollen Content zu erstellen, aber dann ist es uns oft egal, was damit passiert“, spricht Thomas Mickeleit, ehemaliger Kommunikationschef von Microsoft Deutschland, aus Erfahrung. „Aber wir können erst dann wirklich strategisch kommunizieren, wenn wir Systeme wie etwa Media Analytics oder Social-Media-Listening implementieren, die uns Daten quasi in Echtzeit liefern.“

Der Datenschutz soll beim Sammeln und Analysieren von Daten nicht abschrecken. Das gilt auch für personenbezogene Daten, also Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare Person beziehen und deshalb sensibler sind. „Bilden Sie sich weiter, verlieren Sie die Angst! Es gibt genug Möglichkeiten, sich weiterzubilden oder sich zu informieren. Tauschen Sie sich mit Ihrem betriebsinternen oder einem externen Datenschutzbeauftragten aus; nutzen Sie die Informationen auf der Webseite der Datenschutzbehörde oder lassen Sie sich beispielsweise von der Wirtschaftskammer zum Thema Datenschutz beraten“, informierte Dr. Andrea Jelinek, Leiterin der österreichischen Datenschutzbehörde, die Teilnehmer:innen.

Marketing macht es vor

Die Marketing-Abteilungen sind meist schon einen Schritt voraus und arbeiten seit Jahren daran, ihre Zielgruppen datengestützt zu erreichen. Das Stichwort lautet hier Targeting, also der Versuch, eine Werbemaßnahme so exakt wie möglich auf eine vorher definierte Zielgruppe abzustimmen. „Und so wie das Marketing mit einer Customer-Journey arbeitet, brauchen wir in der Kommunikation eine Stakeholder-Journey“, ist Mickeleit überzeugt. Auch Jelinek wies darauf hin, dass der Austausch mit der Marketingabteilung von Vorteil sein kann: „Dann verschwindet vielleicht der ‚elephant in the room‘ bei diesem Thema“.

Mickeleit schließt den spannenden PRofi-Treff ab: „Wenn wir uns dem Arbeiten mit Daten verweigern, können wir unseren Wertschöpfungsbeitrag als Kommunikator:innen künftig nicht mehr belegen. Unsere Arbeit erhält nur dann eine höherer Wertschätzung, wenn wir mit harten Zahlen belegen, welche Wirkung wir haben. Und das natürlich unter Einhaltung des Datenschutzes“.

Auch für uns ist nach diesem PRofi-Treff klar: Datenbasierte PR und der Datenschutz sind kein Widerspruch!

Bildquelle: Myriam Jessier, Unsplash

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