Neues Jahr, neue Perspektiven für Kommunikations­expert:innen: Diese Trends sollten Sie 2024 im Auge behalten

Kommunikation ist ein entscheidender Faktor für Unternehmen und Organisationen. Die Kommunikationstrends für das Jahr 2024 zeichnen ein Bild von vielfältigen Herausforderungen und Chancen. Wir haben die clavis-Geschäftsführung um ihre Prognose gefragt und verraten in diesem Blogbeitrag, was Kommunikationsexpert:innen im Jahr 2024 im Blick haben sollten.

Erfolgreiche Symbiose

clavis GF Ulrich Müller

Ulrich Müller: „Vor allem bei komplexen Projekten kommen Kommunikation und Beteiligung immer häufiger gemeinsam zum Einsatz. Sie stärken sich gegenseitig und liefern so den möglicherweise entscheidenden Beitrag zur Akzeptanz.“

Investitionsprojekte machen nicht immer alle glücklich. Bei Veränderungen und großen Baumaßnahmen sind Widerstände oft vorprogrammiert. Wieso sollte man also von sich aus informieren und Stakeholder einbinden, wenn am Ende möglicherweise die Informationen gegen einen selbst verwendet werden?

Die Antwort ist recht einfach. Auch durch Beteiligungsprozesse entstehen keine Wunderprojekte, die Betroffene zufriedener machen. Aber Beteiligungsprozesse ermöglichen es, dass die Stakeholder nachvollziehen können, wie Entscheidungen zustande kommen. Indem sie nämlich in einem recht frühen Planungsstadium dabei sind und live mitbekommen, wieso Varianten ausgeschlossen und andere weiterverfolgt werden. Und am Ende eben ein Projekt so ausschaut, wie es ausschaut.

Den zweiten wichtigen Beitrag liefert die Kommunikation. Indem ich die Planungsarbeit und auch den Beteiligungsprozess transparent darstelle, kann niemand behaupten, dass etwas im stillen Kämmerlein ausgeheckt und über die Betroffenen drübergefahren werde. Vielmehr zeige ich Dialogbereitschaft und Lösungsorientierung. Das schätzt die Öffentlichkeit, und Medien müssen sich die Konflikte anderswo suchen.

Sabine Volgger: „Beteiligungsprozesse muss es immer dort geben, wo Menschen in irgendeiner Weise betroffen sind. Sie erfordern ein gemeinsames Ziel, das die Motivation und die Orientierung für alle Beteiligten bietet.“

Sabine Volgger, Gesellschafterin clavis

In Beteiligungsprozessen sind stets Menschen in irgendeiner Weise betroffen, sei es durch Verzicht, kurzfristige Kostensteigerungen oder Veränderungen in ihrer Umgebung. Nachvollziehbarkeit und Information ist für alle Beteiligten herzustellen. Aktuell betrifft das insbesondere Projekte der Energiewende, eigentlich der gesellschaftlichen Transformation, in der die Digitalisierung eine wichtige Rolle spielt. Die Herausforderung besteht darin, ein gemeinsames übergeordnetes Ziel zu finden – ein WOFÜR, auch wenn einzelne Personen mitunter negative Effekte durch das Projekt spüren. Das Ziel von Beteiligungsprozessen muss es sein, neben Information auch einen Blick auf gemeinsame Lösungen zu richten, die für die Gemeinschaft einen Mehrwert leisten. Kommunikator:innen stehen hierbei in der Pflicht, die Beteiligten zielgerichtet und effektiv zu informieren, zu motivieren und zu vernetzen.

Künstliche Intelligenz als Unterstützerin, jedoch nicht als Ersatz für menschliche Kreativität und Intuition

Eva Michlits von clavis

Eva Michlits: „2024 wird ein aufregendes Jahr für uns Kommunikator:innen. In einer zunehmend digitalen Welt gewinnt personalisierte und authentische Kommunikation an Bedeutung. Unternehmen werden verstärkt auf KI-gestützte Tools setzen,

um ihre Kundinnen und Kunden besser zu verstehen und maßgeschneiderte Botschaften zu liefern. Trotz der technologischen Fortschritte bleibt die menschliche Note unverzichtbar. Echtes Storytelling und Empathie werden Marken helfen, eine tiefere Verbindung zu ihren Zielgruppen aufzubauen. Gleichzeitig spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle in der Kommunikation, da immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher nach umweltfreundlichen und ethisch vertretbaren Lösungen suchen. Für Kommunikationsexpert:innen bedeutet das, stets neugierig, flexibel und ethisch in unserer Arbeit zu sein. Kurz gesagt, 2024 wird Kommunikation vielfältiger und anspruchsvoller denn je sein.“

Dietmar Eder: „Die dynamische Entwicklung künstlicher Intelligenz prägt zunehmend die Medienarbeit von Unternehmen und Organisationen. Während wir uns von einer Phase des Ausprobierens in eine Ära des strategischen KI-Einsatzes bewegen, bleibt die

Dietmar Eder clavis

menschliche Komponente unverzichtbar. Persönlicher Kontakt zwischen Medienvertreter:innen und Unternehmen durch Pressemeldungen, Pressekonferenzen und den direkten Austausch, sind weiterhin von essenzieller Bedeutung.“

Künstliche Intelligenz (KI) kann als wertvolles Instrument dienen, um Prozesse zu optimieren. Verschiedene Open Source Tools haben eine breite Implementierung von KI in Geschäftsprozesse und eine effektive Nutzung im Berufsalltag ermöglicht. Letztendlich sind es aber dennoch immer die Menschen, die den Kontext verstehen und die Ergebnisse interpretieren. Der persönliche Kontakt zwischen Medienvertreter:innen und Unternehmen ermöglicht nicht nur eine authentische Vermittlung von Informationen, sondern schafft auch Vertrauen – neben der Wahrhaftigkeit die härteste Währung der Unternehmenskommunikation.

Nachhaltigkeitskommunikation als fester Bestandteil

Dieter Bitschnau von clavis

Dieter Bitschnau: „Das Jahr 2024 steht ganz unter dem Zeichen der Vorbereitung auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung, die die gesetzlichen ESG-Richtlinien vorgeben. Davon sind auch Unternehmen, die formal nicht unter diese Kriterien fallen, betroffen. Denn 

als Zulieferer und Partner:innen werden ihre Kund:innen diese Informationen verlangen. Auch bei Ausschreibungen werden Nachhaltigkeitskriterien vermehrt zum Einsatz kommen. Diese Dinge müssen Kommunikator:innen im Blick behalten.“

Ab 2025 sind Unternehmen verpflichtet, ihre Bemühungen im Sinne der Nachhaltigkeit zu veröffentlichen. Unternehmen müssen also mehr Maßnahmen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung – kurz ESG (Environmental, Social, Governance) – setzen. Primär davon betroffen sind große Unternehmen sowie börsennotierte Unternehmen mit einem Nettoumsatz von mehr als 40 Millionen Euro und mehr als 250 Beschäftigten1. Kommunikationsexpert:innen sind also in der Pflicht, diese Themen im Auge zu behalten und darüber zu berichten.

Echtzeitkommunikation in der Krise

Harald Schiffl: „Die Bedeutung sozialer Medien und digitaler Kommunikation wird weiterhin massiv steigen. Das bedeutet, dass Geschwindigkeit und Echtzeitkommunikation immer wichtiger werden – vor allem in der Krisenkommunikation. KI wird auch in dieser

Harald Schiffl von clavis

Disziplin ein wesentlicher Faktor, mit allen Gefahren. Selbstverständlich zählen Werte wie Wahrhaftigkeit, Transparenz und Authentizität weiterhin zu den zentralen Erfolgsfaktoren. Kurzum, die Krisenkommunikation wird 2024 multidimensionaler, komplexer und herausfordernder“

Tritt eine Krisensituation ein, werden unverzüglich Stellungnahmen und weitere Informationen erwartet. Über Social-Media und weitere digitale Kommunikationskanäle stellt dies keine Schwierigkeit dar. Die Herausforderung liegt vielmehr darin, ausreichend vorbereitet zu sein, um so schnell wie möglich reagieren zu können. Klassiker wie funktionierende Krisenteams, Krisentrainings und Krisenguidelines haben weiterhin Gewicht. Zudem gewinnt in diesem Zusammenhang die Multikanal-Kommunikation an Bedeutung, um möglichst viele (betroffene) Personen zu erreichen. Der Einsatz künstlicher Intelligenz kann Unterstützung bieten, ist jedoch – Stichwort Fake-News – auch eine der relativ neu hinzugekommenen Herausforderungen.

Das sollten Sie sich für 2024 notieren:

 

Die rasanten technologischen Fortschritte in den Bereichen Social Media, Künstliche Intelligenz (KI) und digitale Kommunikation, stellen hohe Anforderungen an die Kompetenz und Anpassungsfähigkeit von Kommunikationsexpert:innen. Komplexe Projekte können ohne Beteiligungsprozesse kaum mehr realisiert werden. Krisenkommunikation erfordert Reaktionen in Echtzeit. Gleichzeitig eröffnen verschiedenste KI-Tools neue Möglichkeiten, mit den eigenen Stakeholdern zu interagieren. Dabei gilt es jedoch stets zu beachten, dass es letztlich immer noch die Menschen sind, die die Inhalte passend aufbereiten und kommunizieren. Wir sind schon sehr gespannt auf ein neues Jahr voller Chancen und Herausforderungen!

1 Verpflichtende Nachhaltigkeitsberichte für Unternehmen ab 2025. (o. D.). wko.at. https://www.wko.at/oe/oesterreich/verpflichtende-nachhaltigkeitsberichte-fuer-unternehmen-ab-2025

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